© Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Christa Carina Kokol - Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Ostern und unser 
zerzaustes Federkleid

„Wussten Sie, dass die Nähe eines Menschen gesund oder krank, tot oder lebendig machen kann?“, heißt es in einem Gedicht von Wilhelm Willms. Wer vorwiegend das Schlechte in den Blickpunkt nimmt, wird sich selbst und seine Umgebung krank machen und der Lebensfreude berauben. Als Menschen können wir unseren Blickwinkel ändern, das Gute in uns und unserer Mitwelt entdecken und so Leben spendend für viele werden.

Ein Adler hatte gehört, dass die Nachtigall hoch gerühmt wird. So sandte er Pfau und Lerche aus, um zu erkunden, ob das auch wirklich stimmt, was über die Nachtigall gesagt wird. Sie sollten Gefieder und Gesang des vielgerühmten Vogels genau begutachten.

Als die beiden wiederkamen, sprach der Pfau: „Der hässliche Federkittel der Nachtigall hat mich so verdrossen, dass ich gar nicht mehr auf den Gesang gehört habe.“ Auch die Lerche konnte nicht über jedes Detail berichten, war aber von der wunderbaren Stimme der Nachtigall so entzückt, dass auch deren unscheinbares Federkleid zu glänzen schien.

Auferstehung feiern heißt auch, das Gute im Leben zu sehen, dankbar zu vermehren und einem unbedingten göttlichen Sinn zu vertrauen, selbst wenn er im Augenblick nicht zu erkennen ist. Wenn wir als Menschen fähig sind, nach Sinn zu fragen und etwas Sinnvolles zu tun, muss es einen letzten Sinn geben, aus dem wir schöpfen können. Daraus erhält auch unser oft zerzaustes „Federkleid“ seinen einzigartigen Glanz.

Christa Carina Kokol ist dipl. psychosoziale 
Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl. Foto: Neuhold




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