© Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Christa Carina Kokol - Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Es gibt Schönere 
als mich

Es gibt Menschen, die schöner, gescheiter, erfolgreicher … sind als ich, und andere, die mit weniger Vorzügen ausgestattet sind. Würde ich mich ständig mit meinen Mitmenschen vergleichen, könnte ich entweder deprimiert oder hochmütig werden. Beide Eigenschaften helfen nicht, das Leben gerechter und glücklicher zu machen.

Neid ist ein schlechtes Motiv, um gerechtere Strukturen zu schaffen. Das zeigt die Debatte rund um den Karfreitag. Durch die jetzige Lösung gibt es keinen Gewinner, wohl aber Verlierer. Und das sind rund drei Viertel der österreichischen Bevölkerung, nämlich alle Christen, für die ein Pol ihres höchsten Festes in die Banalität abzurutschen droht: Manche werden ihren „persönlichen Feiertag“ am Karfreitag nehmen, andere am Geburtstag oder vielleicht am Einkaufstag „Black Friday“ … Is eh wurscht. Bemerkenswert der Vorstoß von Stadtpfarrpropst Christian Leibnitz, Graz: die Bereitschaft, sich selbst für das Gemeinsame zurückzunehmen.

Zu einer gerechteren Welt trägt bei, wer neidlos das Gute in der Welt schätzt und die eigenen Talente und Gaben mit anderen teilt. Der Familienfasttag ist ein Beweis dafür. Unter dem Motto „Teilen spendet Zukunft“ wird gemeinsam mit Frauen aus Tansania an einer gerechteren Welt mitgebaut.

Wenn andere Menschen mehr an Gutem erhalten (haben) als ich selbst, kann ich mich mitfreuen, weil darin bruchstückhaft die himmlische Vollkommenheit aufleuchtet. Und schließlich habe auch ich meine (himmlischen) Vorzüge.

Christa Carina Kokol ist dipl. psychosoziale 
Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl. Foto: Neuhold




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