© Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Christa Carina Kokol - Gerd Neuhold, Sonntagsblatt

Bitte nur am 
1. April zu lesen

Am 1. April sollten wir nicht alles glauben, was so erzählt wird, auch wenn heute weniger „in den April geschickt“ wird als vor einigen Jahrzehnten. Da stand in der Zeitung zu lesen, dass die englische Queen am 1. April um 12 Uhr auf dem Grazer Hauptplatz lande (lang vor dem Brexit), und die Leute strömten in die Innenstadt …

Der Ursprung des Aprilscherzes liegt im Gspusi der Liebesgöttin Aphrodite mit ihrem Götterkollegen Mars, obwohl sie mit Hephaistos, dem Feuergott, verheiratet war. Ihre Vergnügungsreise am 1. April mit Mars nach Tunis entfachte Hephaistos’ Zorn, und er ritt auf einem Feuerball nach Afrika, um den beiden einzuheizen. Aphrodite hielt aber in Kreta Zwischenlandung zu einer heißen Affäre mit Anchises und hat somit ihren Göttergatten und Liebhaber Mars „in den April geschickt“. Wenn Sie diese Geschichte – so wie ich – glauben, sind Sie jetzt erfolgreich „in den April geschickt“ worden. Wie es tatsächlich zum „Aprilschicken“ kam, ist nämlich bisher unbekannt.

Oft „schicken“ wir uns unabhängig vom Datum selbst „in den April“. Wir glauben unseren negativen Vorstellungen und Denkmustern, auch wenn wir nach wissenschaftlicher Erkenntnis zum Großteil falsch liegen. Wir machen damit nur uns und unserer Mitwelt das Leben schwer. „Ich kann nicht anders!“, sagen wir dann gerne. Doch, ätsch, diesen „Aprilscherz“ glauben wir uns doch selbst nicht. Eher „ich will nicht anders“ – und das können wir ändern, gerade in der Fastenzeit.

Christa Carina Kokol ist dipl. psychosoziale 
Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl. Foto: Neuhold

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