Charlotte Christina Fink

weihnachten feiern

EINMAL HEILE WELT IM 
WOHNZIMMER, BITTE Charlotte Christina Fink

Darf man einer aktuellen Studie Glauben schenken, wünscht sich ein überwiegender Großteil der Österreicher und Österreicherinnen am Heiligen Abend nichts sehnlicher als Frieden, Stille und Besinnung im Kreis der Familie.

Tatsächlich aber höre ich in der Vorweihnachtszeit immer wieder von Bekannten und Freunden, wie sehr sie sich doch wünschen, dass der Stress und die Feiertage bald vorbei sind, damit wieder Normalität in ihrem Leben einkehren kann.

Mein Eindruck ist, dass gerade der Anspruch auf ein perfektes Fest sie stresst, nervt und überfordert.

Denn gerade zu Weihnachten soll alles funktionieren, alles perfekt sein und rund laufen, so wie es sich gehört – 
sei es Dekoration, Essen oder Familienidylle. Wenigstens an diesem einen Abend soll die heile Welt im Wohnzimmer spürbar sein – besonders dann, wenn sie das sonst nicht ist.

Die selbst kreierte Wunschvorstellung Wirklichkeit werden zu lassen ist jedoch meist unmöglich und eine Überforderung von uns und unseren Familien. Die Enttäuschung über nicht erfüllte Erwartungen ist praktisch vorprogrammiert.

Für mich liegt der Sinn des Weihnachtsfestes darin, zu fragen, ob wir die Jahr für Jahr gefeierte Chance auf Liebe und Frieden tatsächlich überhaupt annehmen können.

Sich den Frieden anzusagen und ihn erzwingen zu wollen, funktioniert sicherlich nicht. So viel mir das Feiern des Weihnachtsfestes inmitten von Familie und Freunden bedeutet, so wichtig ist mir ein generell friedliches und liebendes Miteinander im Alltag.