Dietlinde Behounek

erziehung

BEFÄHIGEN ZUR BEZIEHUNG

Eltern haben die Aufgabe, die Heranwachsenden liebe- und verständnisvoll zu begleiten, ihnen zur Seite zu stehen, sie zu stützen, zu fördern, Entwicklung zu ermöglichen, aber auch Grenzen zu setzen, damit sie im Leben zurechtkommen. Das erfordert nicht nur Wissen, sondern vor allem Gespür. In der Erziehung spielt daher „Einfühlsamkeit“ eine wesentliche Rolle, vor allem auch, wenn es um Sexualität geht. „Erziehung soll zur Beziehungsfähigkeit führen“, betont Ingrid Zechner vom Bildungshaus Mariatrost.

Es ist nicht immer einfach, den richtigen Weg zu finden, vor allem weil die Erwachsenen ihre eigenen Erfahrungen mitbringen und davon in ihrem Denken und Handeln (meist unbewusst) beeinflusst sind. Und darum ist es sinnvoll, sich dieser alten Muster bewusst zu werden, mit Vertrauenspersonen darüber zu sprechen und auf diesem Wege andere Erfahrungen und Sichtweisen kennen zu lernen.

Dr. Jan-Uwe Rogge weist hinsichtlich der sexuellen Erziehung auf vier Aspekte hin:

1. Sexuelle Erziehung ist Körpererziehung. Wenn ich den Körper so akzeptiere, wie er ist, bin ich bereit, den Körper des anderen anzunehmen und ihn zu respektieren.

2. Sexuelle Erziehung ist Werteerziehung.

3. Zur sexuellen Erziehung gehören Vorbilder. Eltern sind nicht nur Mutter und Vater, sondern auch Mann und Frau. Wichtig ist, was vorgelebt wird. Vor allem auch Harmonie.

4. Sexuelle Erziehung ist Begleitung ins Leben, das erfordert, sich der Entwicklungsphasen bewusst zu werden und die Heranwachsenden in den einzelnen Phasen bewusst zu begleiten. Das ist nicht einfach. Man wird immer wieder sprachlos sein.