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Die Pfarrkirche Trautmannsdorf mit dem Wettermichl. - Foto: Krug

Eine Pfarre stellt sich den Herausforderungen

Trautmannsdorf

Pfarrporträt

Viele Aufgaben werden in Eigenverantwortung ausgeführt.


Sollt ich mal nach Westen deuten, in die Richtung gegen Gnas, und ihr hört von Gnas gar läuten, so kommt bald ein Meer von Nass.“

Dieser Ausschnitt des Gedichtes von Pfarrer Karl Konrad aus dem Jahr 1956 weist auf den „Wettermichl“ hin, der die Kirchturmspitze der Pfarrkirche zum heiligen Michael schmückt.

Veränderungen standen in der Pfarre in den letzten Jahrzehnten auf der Tagesordnung. Erstmals hatte Trautmannsdorf 1989 keinen Pfarrer vor Ort und wurde von Gnas aus betreut. Das änderte sich 1993 mit Konsistorialrat Josef Fink, dem früheren Dechant von Gleisdorf, der die Pfarre übernahm und sie zehn Jahre leitete. Ihm folgte für kurze Zeit Pater Ante Duvnjak. Seit 2005 ist Trautmannsdorf wieder im Pfarrverband mit Gnas.

Die ständigen Änderungen haben auf das Pfarrleben Einfluss genommen. Wenn auch die pastoralen Aufgaben mit Pfarrer Mag. Karl Gölles und Kaplan Mag. Johannes Lang gut erfüllt werden, so fehlt es doch an Kontakt zwischen Priester und Pfarrbevölkerung. Für Pfarrgemeinderat, Liturgiekreis und viele Mitarbeiter bedeutet dies eine große Umstellung und Lernphase, verschiedenste Aufgaben in Eigenverantwortung auszuführen.

Großer Wert wird in der Pfarre auf eine feierliche Gestaltung kirchlicher Feste gerichtet. Dazu tragen sicher die eifrigen Ministranten, unsere engagierte Mesnerin, örtliche Gesangsformationen wie Kirchenchor, Seniorenchor und das Ensemble Vokativ, Trachtenmusikkapelle und die Kinder von Volksschule und Kindergarten bei.

Eine tragende Säule des Pfarrlebens ist der Pfarrgemeinderat mit Mitgliedern aus den Gemeinden Trautmannsdorf, Merkendorf und Teilen von Bad Gleichenberg. Neben seinen kirchlichen und karitativen Aufgaben sind die traditionellen Pfarrfeste und -bälle hervorzuheben. Sie sind nicht nur ein geselliger Faktor, sondern tragen auch zur guten finanziellen Basis der Pfarre bei. Zusammen mit dem Wirtschaftsrat konnten in den letzten Jahren wichtige Bauvorhaben verwirklicht werden. Der heute leider leer stehende Pfarrhof wurde generalsaniert, im Jahre 2006 erfolgte die gelungene Außenrenovierung der Pfarr-
kirche.

Für den Zusammenhalt ist ein gutes Netzwerk im sozialen Bereich mit der Katholischen Frauenbewegung und vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorhanden. Der Familienkreis organisiert Vorträge des Bildungswerkes für Eltern und Erziehungsberechtigte, die Eltern-Kind-Gruppe trifft sich regelmäßig im Pfarrhof. Die Mitarbeiter des Sozialkreises organisieren Geburtstags- und Ehejubiläumsmessen und besuchen betagte Pfarrbewohner zu besonderen Anlässen.

Trautmannsdorf ist eine lebenswerte Pfarre, die Tradition hochhält und mit ihren Seelsorgern den neuen Herausforderungen positiv gegenübersteht.

 

Maria Haas, Anton Moik, Christine ­Monschein