Steckbrief

Maria Straßengel

 

Im 12. Jahrhundert schenkte Markgraf Otakar III. den Reiner Mönchen die Dörfer Rötz, Judendorf und Straßengel. Er ließ auf dem Frauenkogel eine hölzerne Kapelle errichten, für die er das erste Gnadenbild, eine byzantinische Ikone, stiftete. Im 13. Jahrhundert wurde die Kapelle durch eine größere romanische Kapelle aus Stein ersetzt und im 14. Jahrhundert (1346 bis 1355) die gotische Wallfahrtskirche erbaut. Sie wird zu Recht der „steirische Steffl“ genannt, weil sie in vielem mit dem Stephansdom vergleichbar ist. Der zierliche Turm (Dachreiter), der über dem Nordchor errichtet wurde, ist ein Juwel gotischer Baukunst. Die beiden Tympanonreliefs über dem Süd- und Westportal zählen zu den bedeutendsten des 14. Jahrhunderts in Österreich. In den Fenstern sind noch 147 Originalglasbilder erhalten. Im 15. Jahrhundert wurde der Glockenturm errichtet, im 18. Jahrhundert die barocke Annakapelle und die Sakristei. 1788 wäre die Kirche unter Josef II. beinahe abgerissen worden.

Ein besonderes Objekt der Verehrung ist das im Jahre 1245 aufgefundene Wurzelkreuz. Es ist ein im Geäst einer Tanne gewachsenes Gebilde, das dem Gekreuzigten in erstaunlicher Weise ähnelt. Dieses Kreuz wurde 1976 zusammen mit dem zweiten Gnadenbild „Maria im Ährenkleide“, einem Geschenk Kaiser Friedrichs III., gestohlen. Das Wurzelkreuz kam zurück, das bis jetzt verschollene Bild wurde durch eine Kopie von Fred Höfler ersetzt.

Seit Jahrhunderten war Maria Straß-engel eine Wallfahrtskirche von Rein. Im Zuge der Pfarrregulierungen Kaiser Josefs II. wurde sie Lokalkaplanei von Gratwein und 1788 Filialkirche von Gratwein. Bischof Johann Weber hat Maria Straß­engel 1972 zur „röm.-kath. Expositur“, einem selbstständigen Seelsorgebereich, erklärt.

 




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