Schwarze Madonna in der Loretto-Kapelle.

Aktive Pfarre an der Grenze zum Südburgenland

St. Johann in der Haide

Pfarrporträt

Ruhepol an einer pulsierenden Verkehrsader.

 

Wer die Autobahnabfahrt bzw. -auffahrt Hartberg benutzt, befährt unweigerlich unser Gemeindegebiet. St. Johann in der Haide liegt im sanften oststeirischen Hügelland und ist zwischen der Bezirkshauptstadt Hartberg und der burgenländischen Gemeinde Markt Allhau eingebettet. In einem regen Verkehrsnetz möchte die Pfarre St. Johann einen Ruhepol und eine Oase der geistigen Erholung bieten. Unsere Pfarre kann mit keinen großartigen, medial Aufsehen erregenden Veranstaltungen und Aktionen aufwarten, doch sei gesagt, dass die ganz alltäglichen pfarrlichen Feste und Dienste von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern großartig geplant und durchgeführt werden.

Vor mehr als fünf Jahren verstarb der damalige, oft kränkelnde Pfarrer Siegfried Kaindl. Da Pfarrer Kaindl zu Lebzeiten krankheitsbedingt nicht immer voll einsatzfähig war, entwickelte die Pfarre ein gesundes Maß an Selbstständigkeit und Selbstorganisation. Seit gut fünf Jahren bildet unsere Pfarre mit den Pfarren Unterrohr und St. Magdalena am Lemberg einen Pfarrverband. Die Zentralverwaltung erfolgt durch die Pfarrkanzlei vor Ort, welche zweimal wöchentlich besetzt ist. Nebst Kirche und Pfarrhof befindet sich die alte, aufgelassene Volksschule. Nicht dass etwa St. Johann keine Kinder mehr hätte – im Gegenteil. Mit dem Neubau einer schönen Schule finden seit diesem Schuljahr gegen 90 Kinder Platz im neuen pädagogischen Gebäude.

Auch die Pfarre selbst hat einen wichtigen Bildungsauftrag, der durch den Pfarrkindergarten wahrgenommen wird. Zwei Pädagoginnen und zwei Betreuerinnen kümmern sich um die Kinder in den zwei Gruppen. Unter dem Kindergarten befindet sich der Pfarrsaal, wo die verschiedensten Sitzungen und Veranstaltungen durchgeführt werden. Hier trifft sich regelmäßig die Katholische Frauenbewegung, die sicher die aktivste Pfarrgruppe darstellt. Am Erntedanksonntag gibt es den legendären „Kuchensonntag“, bei dem die Katholische Frauenbewegung den Reingewinn an ein pfarrliches Projekt weiterleitet. Ob es um die Kirchenverschönerung, Durchführung von Wallfahrten oder um die Tauffestbegleitung geht, die eifrigen Damen der KFB sind immer zur Stelle. Auch der agile Pfarrgemeinderat trifft sich regelmäßig im Saal, um das Pfarrleben in Schwung zu halten. Dabei geht es nicht nur um praktische Dinge, es werden auch spirituelle Impulse gesetzt: Kreuzweg- und Maiandachten vor den entsprechenden Sonntagsmessen, Gestaltung des beliebten Ehejubiläumssonntags. Ein wichtiger Fixpunkt ist unser Pfarrfest am „Johannisonntag“, welches bei Schönwetter auf der Festwiese hinter der Kirche stattfindet.

In der Nähe des Pfarrkindergartens steht der „Greißlerladen“ unseres Organisten, der schon jahrzehntelang die Orgel betätigt. In seinem Geschäft bekommt man noch Waren aus „Uromas Zeiten“ und kann noch an der Kasse mit dem alten Schilling bezahlen.

Auch wenn die oststeirische kirchliche Volksfrömmigkeit kleine Risse bekommt, auf die Mithilfe und Solidarität der Bevölkerung ist Verlass. In Kooperation mit der politischen Gemeinde wird unser Wirtschaftsrat die Gestaltung der neuen Friedhofsfläche (samt Urnenfriedhof) in diesem Jahr ins Auge fassen. Zu tun gibt es also immer etwas. Mit kleinen und größeren Handgriffen will die Pfarre St. Johann auf die gesellschaftlichen An- und Herausforderungen reagieren und sich weiterbewegen.Pfarrer Robert Strohmaier