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Herbert Meßner, Chefredakteur - Christian Jungwirth, www.bigshot.at / christian jungwirth

Heilsame Langeweile im Spital

Gut, dass es ihm im Spital langweilig war. So hat Ignatius von Loyola bei der Genesung von einer Verletzung religiöse Lektüre schätzen gelernt, die vorher ihm als Soldaten uninteressant schien. Er wurde zu einem Erneuerer der Kirche, zum Gründer des Jesuitenordens und zu einem Meister der Spiritualität, dem wir bis heute einiges verdanken.

Zum Beispiel die Exerzitien. Der Name für die „geistlichen Übungen“ klingt noch ein bisschen militärisch. Aber gerade das will sagen, dass wir für den Glauben etwas tun müssen. Übung macht auch hier den Meister. Bei den großen Exerzitien nach dem Modell des Ignatius nimmt man sich einen Monat Auszeit, um über sein Leben nachzudenken und aus dem Glauben heraus manches neu zu ordnen. Es gibt auch kürzere und einfachere Formen von Exerzitien, einzeln oder gemeinsam. Dabei vertraut man sich einer fundierten Begleitperson und vor allem der Begleitung durch Jesus Christus an. Viele Klöster oder Bildungshäuser bieten solche Exerzitien an.

So wie der sommerliche 
Urlaub uns ein wenig Abstand vom Getriebe des Alltags bringt, schaffen auch geistliche Übungen Abstand. Wobei es, auch in manchen Pfarren, auch die Form der „Exerzitien im Alltag“ gibt, wo man sich täglich etwa eine halbe Stunde für die Übungen reserviert.

Ignatianisch ist auch das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit. Vor allem am Abend können wir dabei im Gebet für die Begegnungen des Tages danken und Menschen, die unser Gebet und unsere Hilfe brauchen, der Liebe Gottes empfehlen.