© Christian Jungwirth, www.bigshot.at / christian jungwirth

Herbert Meßner, Chefredakteur - Christian Jungwirth, www.bigshot.at / christian jungwirth

Das alte Haus in Bruck hat vieles schon erlebt

Zwischen den Autobahnauffahrten in Bruck steht ein verlassenes Gebäude mit dreieckigem Grundriss. Das Dreieck an der Basis erinnert daran, dass dieses Haus einmal Dreifaltigkeitskirche war. Als solche (auch als „Heilig-Geist-Kirche“ benannt) gehörte sie zu einem Spital für Pestkranke und Aussätzige.

Nach seiner Säkularisierung diente das Gebäude verschiedenen Zwecken: Es war Gasthaus, Speicher, und bis Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren hier Wohnungen untergebracht. Mittlerweile ist das Betreten des Hauses gefährlich. Die Gruppe, die zum Abschluss des Dreifaltigkeits-Symposiums (Seiten 12 und 13) mit dem Theologen Philipp Harnoncourt eine Exkursion zu steirischen Dreifaltigkeitsbildern unternahm, durfte das Gebäude, das vielen Vorbeifahrenden Rätsel aufgibt, betreten. Das Netzrippengewölbe, Inschriften und Altarnischen erinnern an seinen ursprünglichen Zweck.

Ist die Geschichte der Brucker Dreifaltigkeitskirche ein Bild für das Schicksal des (Dreifaltigkeits-)Glaubens? Oder erinnert sie an Giovanni Guareschis Don Camillo, der in Russland entsetzt eine zum Getreidespeicher umgewandelte Kirche findet, dem aber der Gekreuzigte zuruft: „Jetzt kommen auch die hierher, die früher nicht gekommen sind!“?

Jedenfalls würde es sich lohnen, eine sicher aufwändige, aber machbare Sanierung dieses auch architektonischen Juwels mit seinem dreieckigen Grundriss zu planen und zu unterstützen. Genauso wie es sich gelohnt hat, dem Glauben an den drei-einen Gott neuen Schwung zu verleihen.