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Zu Wort kommen. Menschen und Paare erzählten über ihre Beziehungsformen.
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Beziehungsweise(n)

Das Ökumenische Wochenende war Beziehungen in der Welt von heute auf der Spur.

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Die unterschiedlichen Formen der postmodernen Familie waren in der diesjährigen Tagung an zwei Tagen in unterschiedlichen Formen Thema. Schon in der Begrüßungsrede am 29. Jänner im Theater am Lend stellte Superintendent Hermann Miklas die provokante Frage, ob wir als Kirchen denn unbedingt dem Zeitgeist hinterherhecheln müssen oder nicht einfach die christliche Tradition hochhalten können.

Die vielfältigen Beziehungsformen stellen eine Herausforderung für alle christlichen Kirchen dar. Es geht in Zukunft um ein modernes Leitbild für ein Familienleben. Nach dem Vortrag von Ernst Burger, der über Wandel und Vielfalt im Familienleben berichtete, erzählten Menschen und Paare in Interviewform über Gestaltung und Berufung ihrer jeweiligen Beziehungsform, wobei auch Anliegen und Wünsche an Kirchen und Gemeinden eine wesentliche Rolle spielten.

Bei der Tagung am 30. Jänner im Universitätszentrum Theologie beleuchtete der Alt-testamentler Jörg Barthel vielfältige Beziehungsformen aus der biblischen Perspektive. Er hinterfragte das Verständnis der bürgerlichen Ehe und Familie als gottgewollte Schöpfungsordnung. Mit Bezug auf Martin Buber charakterisierte er den Menschen als Beziehungswesen mit Sehnsucht und Angewiesen-Sein auf ein Du. Die Ehe habe besondere Bedeutung als eine verbindliche, auf Dauer angelegte Beziehung und solle seiner Meinung nach auch für gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht werden.

In den danach folgenden Gesprächsgruppen stand der Umgang mit den unterschiedlichen Beziehungsformen in Lehre und Praxis der römisch-katholischen, evangelisch/protestantischen und orthodoxen Kirchen, der Baptistengemeinde Graz und der Altkatholischen Kirchengemeinde im Vordergrund. Fragen wie mögliche Segnungen für homosexuelle Paare oder bei Wiederverheiratung kamen zur Sprache. Deutlich wurde, dass Kirchen im Unterschied zu früher heute und in Zukunft sehr viel stärker auf das eingehen wollen, was von der Gesellschaft gelebt wird. Wie Menschen leben, sei grundsätzlich als Realität zu akzeptieren, und stelle eine Herausforderung dar.

Mit Menschen, die andere Beziehungen als eine Ehe leben, erfordere es viel mehr Gespräch auf ebener Erde. Daran mangle es, erklärte Pfarrer Hans Schrei. Analyse, Wunsch und Ziel für weiteres Handeln in einem Satz: „Wenn Menschen bei uns nicht aufleben können, dann haben wir etwas falsch gemacht.“

GISELA REMLER

 




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