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Für ökologische Bekehrung

Bei der Amazonien-Synode im Oktober in Rom stehen auch die Priesterweihe für verheiratete Männer und neue Ämter für Frauen auf der Themenliste.

 

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Der Vatikan hat am 14. Juni das Arbeitspapier der bevorstehenden Amazonien-Synode veröffentlicht. Das Dokument ist Grundlage für die Beratungen der Bischöfe, die vom 6. bis 27. Oktober in Rom zusammentreten. Dabei soll es auch um die Frage der Priesterweihe für verheiratete Männer und um neue Ämter für Frauen in der katholischen Kirche gehen. Einen Schwerpunkt bilden die Umweltzerstörung in der arten- und rohstoffreichen Amazonasregion sowie der Schutz der Rechte von Indigenen.

Ökologie und Soziales. An dem Treffen nehmen Kirchenvertreter aus den betreffenden Ländern wie Brasilien, Bolivien, Venezuela und Peru teil, aber auch Bischöfe aus anderen Teilen der Welt sowie Ordensdelegierte, Laienvertreter und Fachleute. Die Versammlung steht unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Die Ergebnisse der Synode sind nicht bindend, dienen aber dem Papst als Basis für weitere Entscheidungen.

Das im Original auf Spanisch verfasste Arbeitspapier („Instrumentum Laboris“) geht unter dem Schlagwort einer „ganzheitlichen Ökologie“ auf ökologische und soziale Probleme in der Amazonasregion ein. Genannt werden neben Raubbau und der Bedrohung indigener Völker auch Migration, Urbanisierung, gesellschaftlicher Wandel und Korruption sowie Gesundheit, Bildung und eine „ökologische Bekehrung“.

Verheiratete Priester und Frauenämter. Weiter thematisiert das 45-seitige Dokument Herausforderungen der Kirche im Umgang mit Ungerechtigkeit und kultureller Vielfalt, aber auch der seelsorglichen Betreuung in dem riesigen und schwer zugänglichen Regenwaldgebiet. In dem Zusammenhang heißt es, die Synode solle die Möglichkeit prüfen, in entlegenen Gegenden ältere und angesehene Familienväter („viri probati“) zur Priesterweihe zuzulassen, um eine sakramentale Betreuung zu gewährleisten. Auch wird eine Diskussion über einen amtlichen Dienst von Frauen in der Kirche vorgeschlagen; dabei verweist das Papier auf deren „zentrale Rolle“.

Menschenrechte. Ferner betont das Arbeitspapier, die Kirche müsse eine „prophetische Rolle“ in der Auseinandersetzung mit Macht und Menschenrechten einnehmen. Allein in Brasilien seien zwischen 2002 und 2017 nach einer kirchlichen Statistik 1119 Indigene bei der Verteidigung ihrer Rechte ums Leben gekommen. Die Kirche könne demgegenüber nicht gleichgültig bleiben.

Oftmals verweist das Dokument auf Aussagen von Papst Franziskus, wenn etwa eine „Kirche mit dem Antlitz Amazoniens“ gefordert wird, die eine „aufdrängende monokulturelle, klerikale und koloniale Tradition“ ablehnen müsse und die verschiedenen kulturellen Ausdrucksweisen der Völker unterscheide. Von europäisch und paternalistisch geprägten Vorstellungen über Amazonien und seine Menschen gelte es sich zu verabschieden zugunsten der Perspektive lokaler Kulturen wie der indigenen Völker und der Nachfahren der afrikanischen Sklaven.

Vorbereitung. Dem Arbeitspapier ging ein langer Vorbereitungsprozess voraus, an dem sich mehr als 85.000 Menschen vor allem aus dem Amazonasgebiet per Fragebogen beteiligt hatten, zudem gab es Vorbereitungstreffen in Rom und vor Ort. Sichtbar werden solle bei der Bischofs-Versammlung im Oktober die „Synodalität einer Kirche im Aufbruch“ mit dem Ziel, besonders den Armen ein „Leben in Fülle“ zu ermöglichen.

kathpress



Amazonien

Rund 3 Millionen Menschen aus 390 Völkern leben in den neun Ländern dieses Gebietes, manche ohne Kontakt zu anderen Zivilisationen. 30 bis 50 % der weltweiten Flora und ein Drittel des globalen Urwalds sind hier.

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