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Bischof Johann Weber begleitete das Leben der steirischen Ordensfrauen mit Aufmerksamkeit und Großzügigkeit. Gemeinsam tankte man Kraft bei Exerzitien, Fortbildungen und Reisen. - Foto: Fantic

Fordern und fördern

Gedanken über eine Weg-gemeinschaft und eine freundschaftliche Verbundenheit über Jahrzehnte.

Bischof Weber lagen die Ordensfrauen, die „Schwestern“, am Herzen: Ihre Lebensform auf Christus hin bezogen, ihr Frau-Sein in der Kirche wollte er fördern, sie fordern, aber auch begleiten. Wir wurden miteinbezogen in sein Denken von Kirche, seine Sorge um die Menschen und sein Hinweisen auf den immer größeren Gott. Unser gemeinsames Tun war geprägt von seiner „unaufdringlichen Hartnäckigkeit“, er sagte nie ein Nein, sondern umschrieb so lange seinen Standpunkt, bis man sich diesen zu eigen gemacht hatte. Uns Schwestern widmete er viel Zeit, viel Aufmerksamkeit, viele Ideen bei Tagungen, Gesprächen, Exerzitien, Wallfahrten, Reisen, Fortbildungen, Informationen.

Einige Streiflichter

Weizerhütte/Sommeralm – im Winter: Nachdenken mit einer Gruppe Schwestern – und dann spätabends erklärte uns der Bischof fachkundig den Sternenhimmel und öffnete zugleich unseren Blick durch das All hindurch!

Romreise mit 50 Schwestern verschiedener Gemeinschaften: Weltkirche erleben, Rom sehen, durch eine Reise einander näherkommen – lauter bekannte Motive –, aber kennzeichnend für Bischof Weber: „Sollten wir nicht auch Venedig besuchen, das Meer, die Kanäle, den Markusplatz – und bei der Rückreise über Verona gar in die Arena zu Verdis ‚Aida‘ alle einladen, dahin kommen viele nie mehr!“ Und so schritten wir nicht nur zur Audienz auf den Petersplatz, sondern auch auf die Stufen der Arena!

Bischof Weber kam zurück von einem Besuch in Masan und erzählte ganz beeindruckt von der großen Zahl junger Schwes-
tern in den verschiedenen Gemeinschaften. Sein Vorschlag: Vier Schwestern (von unserer Vereinigung benannt) können nach Korea fahren, damit sie unter der fachkundigen Leitung von Pfarrer Platzer Kirche und aufblühende Orden erleben können. Abflug Thalerhof: Bischof Weber winkte uns segnend nach! Er telefonierte (vor der Handy-Zeit) auch mit uns über den halben Erdball, um sich nach unserem Befinden zu erkundigen!

Papstbesuch in Prag: Sonntagsblatt-Chefredakteur Dr. Herbert Meßner und ich fuhren mit Bischof Weber dorthin. Für unser leibliches Wohl war mit ausgiebiger Jause gesorgt. Am Hradschin vereinbarten wir den Treffpunkt. Bischof Weber eilte zu den Bischöfen, Dr. Meßner und ich nahmen je ein Jausenpaket und machten uns zum Platz für die Papstmesse auf. Leider wurden wir im Gedränge getrennt, und so wurde auch unsere Jause sehr einseitig: Ich hatte die Wurst und Dr. Meßner das Brot. Nach der Papstmesse wollten wir zum Treffpunkt (nun wären Wurst und Brot wieder vereint gewesen), aber der Hradschin war weitläufig abgesperrt. Alle Versuche, zu unserem Bischof zu kommen, waren vergebens, an jeder Straße wurden wir abgewiesen. Aber ein guter Hirte findet seine Schafe, er eilte zu jeder Sperre – und es gelang die Vereinigung! Sr. Andrea Eberhart




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