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Der Teil, der später kommt

„Auf den wir gewartet haben“, und „der Teil, der später noch kommt“ bedeuten ihre Vornamen. Zwei Gäste waren in Sachen 
Klimawandel Gäste von Welthaus.

Was wiegt der Kampf für den Klimaschutz, wenn auf der anderen Seite Menschen bei einer Messe von Terroristen getötet werden? Wir berichten auf Seite 11 vom Überfall auf eine Kirche in Burkina Faso am Sonntag, 12. Mai. Kurz davor waren zwei Gäste aus dem westafrikanischen Land in der Steiermark zu Gast und sprachen übers Klima. – Möglicherweise tötet auch die Klimakrise Menschen, durch Hunger.

Eine Frau und ein Mann, Odette Savadogo und Didier Ouedraogo, überlegten am 2. Mai im Welthaus Graz: „Was tun gegen die Klimakrise?“ Im Sonntagsblatt-Gespräch meint Odette auf die Frage, wie es ihnen in Österreich gehe: „Wir haben gesehen, dass die Menschen auch hier freundlich sind und einander guten Tag sagen.“ Didier ergänzt, die Welt sei ein großes Haus, „und man müsste sich überall zu Hause fühlen“. Sehr glücklich sei er allerdings, dass hier das Thermometer 15 Grad anzeige, während es in Burkina Faso 42 Grad im Schatten habe. Und bei uns müsse alles im Vergleich zu Afrika „trop vite“ gehen, wiederholt er dreimal: sehr schnell.

„Wir zwei müssen schauen, dass wir die Fackel unseres Landes hochhalten und Burkina Faso nicht enttäuschen“, schildert Didier. Eine „gute Mission“ sei beiden beim Abschied von daheim gewünscht worden; die Botschaft sei, sich zum Thema Klimawandel auszutauschen und die eigenen Erfahrungen „rüberzubringen“.

Sein Name „Didier Ouedraogo“ bedeute „derjenige, auf den wir gewartet haben“, erzählt der Mann. Daheim habe er weitere Vornamen: Wend Waaga – Gott ist groß. Er arbeite, nach der Ausbildung in Wirtschaftswissenschaften und Entwicklung, bei der Caritas der Diözese Kaya – genau jene Diözese, in der ein paar Tage nach dem Sonntagsblatt-Gespräch am 12. Mai die Kirche überfallen wurde –; er entwerfe Projekte und bearbeite ihre Finanzierung.

Bei der Caritas Kaya arbeitet auch Didiers Kollegin Odette Savadogo. Ihren Namen erklärt auch sie, „Frühsommer und Wolken“ heiße Odette, genaugenommen jemand, zu dem man bete, damit es wieder regnet. Genug Anknüpfungspunkte zur Klimakrise, doch die Soziologin und Anthropologin nennt noch ihren weiteren Vornamen „Par Kieta“. Der bedeute „den Teil, der kommen muss und später noch kommt“. Man müsse im Leben geduldig sein, und manchmal sei es schwierig, den Mut nicht zu verlieren..

„Terroranschläge wie im Rest der Welt“ kennzeichnen für Didier Ouedraogo die politische Lage in Burkina Faso. Die Regierung habe Lösungen ausgearbeitet. Und der Klimawandel sei „nicht etwas, was weit weg von uns passiert“. Im April sei es noch nie so heiß gewesen wie jetzt, bemerkt Odette. Die Regenzeit habe sich von fünf Monaten auf drei reduziert, und auch die werden durch Trockenperioden unterbrochen. Umgekehrt komme es zu starkem, punktuellem Regen und Überschwemmungen. Die Zeit der Lebensmittelknappheit dauere länger als früher. Menschen seien gezwungen, ihre Nutztiere zu verkaufen, um Getreide zu erhalten. Die Lebensmittelvielfalt nehme ab, Mangel­ernährung und Krankheiten werden häufiger. Und den jungen Menschen in Österreich, die freitags über die Initiative „Fridays for Future“ den Menschen den Klimawandel bewusstmachen, möchte Didier „gratulieren“. Welthaus und Österreich sollen in Sachen Klimaziele „Vorreiter sein und die anderen mitnehmen“.JOHANN A. BAUER



Bischof unter Schock

Nach dem Mord an sechs Christen in Dablo am 12. Mai entführten Terroristen am 13. Mai Teilnehmer einer Marienprozession in Zimtenga und richteten vier Personen hin. „Unter Schock“ steht Bischof Theophile Nare von Kaya.




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